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About VW ID Polo 2026
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VW ID Polo - Kleinwagen mit großer Lektion Am Anfang steht eine kleine Bewegung des rechten Daumens. Ein Druck auf eine Lenkradtaste, ein klarer Widerstand, ein vernehmbarer Klick. Keine kapazitive Fläche, die beim Rangieren entweder gar nicht reagiert oder gleich die falsche Funktion auslöst. Im ID Polo ist diese Rückkehr zur Haptik fast wichtiger als das leuchtende VW-Zeichen an der Front, ebenso wie brauchbare Fensterheberschalter und klassische Bedienelemente für häufig benötigte Funktionen. Nach den kapazitiven Umwegen früherer ID-Modelle wirkt das fast wie eine öffentliche Entschuldigung. Doch der elektrische Polo will natürlich mehr sein als das Auto, das VW wieder richtig bedienen kann. Bei der ersten Fahrt mit der stärksten regulären Version, dem 155 kW/211 PS leistenden ID Polo mit 52-kWh-NMC-Akku, zeigt sich ein Kleinwagen, der sich betont nicht klein anfühlt. Der 4,05 Meter lange, 1,82 Meter breite und 1,53 Meter hohe Stromer fährt erwachsen, gelassen und kräftig, ohne deshalb zum elektrischen GTI-Ersatz werden zu wollen. Der folgt später ohnehin separat. Wer das Fahrpedal entschlossen tritt, bekommt sofort das volle Drehmoment von 290 Newtonmetern. Der ID Polo setzt sich kraftvoll, aber niemals hysterisch in Bewegung. Die elektrische Spontaneität ist da, doch VW verzichtet auf die übliche Dramaturgie, bei der jeder Ampelstart nach Beschleunigungsprüfung aussieht. Stattdessen baut der Fronttriebler seine Leistung geschmeidig auf und bleibt auch dann gut beherrschbar, wenn die Straße nicht ganz trocken oder glatt ist. Ganz wegzaubern kann die Elektronik den Vorderachsantrieb allerdings nicht. Bei beherztem Tritt aufs Pedal zerrt die Kraft leicht an der Lenkung, besonders auf unebenem Asphalt oder beim Herausbeschleunigen aus engeren Biegungen. Das bleibt gut kontrollierbar und nie störend, ist aber deutlich genug, um den Fahrer daran zu erinnern, dass hier 211 PS an den Vorderrädern ziehen. Die Power der Topversion ist im Alltag vor allem deshalb willkommen, weil sie Reserven schafft. Beim Herausbeschleunigen aus Ortschaften, beim Einfädeln auf die Autobahn oder beim Überholen genügt ein kurzer Druck aufs Pedal, ohne dass sich der Antrieb angestrengt anfühlt. Bis 160 km/h geht es voran, darüber setzt die Elektronik eine Grenze. Für das Konzept ist das vernünftig: Der ID Polo soll zügig und entspannt reisen können, aber nicht so tun, als wäre er eine elektrische Sportlimousine im Kleinwagenformat. Auf holprigem Asphalt zeigt der kleine Stromer seine vielleicht stärkste Disziplin. Das Fahrwerk geht Unebenheiten mit einer Gelassenheit an, die man diesem kompakten Format nicht automatisch zutrauen würde. Kanten dringen nicht polternd in den Innenraum, kurze Wellen bringen die Karosserie nicht aus der Fassung. Der Wagen wirkt fest genug für saubere Kontrolle, aber nicht hart um des sportlichen Eindrucks willen, wie es beim Cupra-Pendant Raval zum Image gehört. Auch auf kurvigen Landstraßen bleibt der rund 1,6 Tonnen schwere Kleinwagen angenehm neutral. Der tief im Fahrzeugboden liegende Akku senkt den Schwerpunkt spürbar, die Karosserie legt sich nur moderat in die Kurve. Die Lenkung arbeitet leicht und präzise, ohne die letzte Nuance von Reifenhaftung bis in die Handflächen zu übersetzen. Wird das Tempo allerdings spontan erhöht und früh Leistung angelegt, meldet sich der Frontantrieb auch hier. Das ist kein K.O.-Kriterium, sondern eine nachvollziehbare Folge des Konzepts. Die stärkste Antriebsvariante schickt reichlich Drehmoment an die Vorderräder, die zugleich lenken und Seitenführung übertragen müssen. Wer den ID Polo rund und sauber fährt, erlebt ihn als ausgewogenen Kleinwagen. Wer aus jeder Kurve mit Vollstrom herausstürmt, merkt dagegen: Die kommende GTI-Variante dürfte nicht nur über mehr Leistung definiert werden müssen, sondern auch über die Frage, wie überzeugend diese Leistung auf die Straße kommt. I Die Bedienoberfläche wirkt insgesamt klarer als in den frühen ID-Modellen. Menüs sind strukturiert, wichtige Informationen schnell erreichbar, die Sicht nach vorn bleibt frei. Eine sympathische Zugabe ist die Retro-Darstellung im Kombiinstrument. Per „View“-Taste verwandelt sich die Anzeige in eine digitale Verbeugung vor dem Golf I: links ein klassisch gezeichneter Tacho, rechts ein Powermeter, das Energieabgabe und Rekuperation anzeigt. Die Topversion kombiniert den Frontmotor mit 52 kWh netto nutzbarer NMC-Batteriekapazität. Volkswagen verspricht bis zu 454 Kilometer nach WLTP. Die Zahl ist als Bestwert zu lesen, nicht als Garantie für eine schnelle Autobahnreise bei winterlichen Temperaturen. Auf der Langstrecke sind bei zügigem Landstraßen- und Autobahntempo Werte um 300 Kilometer plausibler, wie wir bei unseren ersten Proberunden feststellen konnten. Für Pendelverkehr, Stadtfahrten und gemischte Alltagsstrecken bietet der Akku aber einen überzeugenden Puffer.
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